Allerdings ist die Mehrheit
der Befragten eher passiv im
sozialen Web unterwegs. Die
große Mehrheit nutzt das
Geschäftsnetzwerk Xing, um
sich mit Kollegen zu
vernetzen oder sich
zumindest die Kontakte der
Kollegen anzuschauen. Aber
immerhin jeder dritte
Befragte kommuniziert aktiv
in den sozialen Medien und
etwa jede vierte
Führungskraft veröffentlicht
Nachrichten oder stellt sein
Wissen in Projekten - zum
Beispiel in Wikis - zur
Verfügung, hat die Umfrage
ergeben. Facebook hat es in
der Rangliste der
meistgenutzten Anwendungen
bei den Führungskräften
bereits auf den zweiten
Platz geschafft, knapp vor
der Videoplattform Youtube.
Der Kurznachrichtendienst
Twitter, der sich zu einem
Nachrichteninstrument
entwickelt hat, liegt mit 24
Prozent Nutzerquote schon
vor dem amerikanischen
Xing-Konkurrenten Linkedin,
den Führungskräfte meist für
internationale Kontakte
nutzen. Allerdings wurde in
der Umfrage nicht zwischen
geschäftlicher und privater
Nutzung unterschieden.

Viele Befragte fühlen
sich in den sozialen Medien
unsicher, weil sie um den
Datenschutz fürchten und
Angst haben, die Kontrolle
über die Kommunikation und
ihr Wissen zu verlieren. Für
ein Engagement in den
sozialen Medien spricht aber
das Ansehen als attraktiver
Arbeitgeber, was vor allem
von den befragten
Personalchefs in großen
Unternehmen betont wird.
Viele Hochschulabsolventen
nutzen soziale Medien heute
selbstverständlich und
erwarten dies auch von ihrem
künftigen Arbeitgeber. Die
immer noch häufig
anzutreffende Politik, die
Nutzung von Facebook oder
Youtube am Arbeitsplatz zu
verbieten, widerspricht
allerdings den Wünschen der
meisten Nachwuchskräfte.
Einen Widerspruch zeigten
auch die Antworten der
Personalchefs: Sie
bewerteten die Bedeutung der
sozialen Medien für ihr
Unternehmen zwar besonders
hoch, nutzen diese
Instrumente selbst aber
deutlich seltener als
Führungskräfte aus anderen
Unternehmensbereichen. Die
Bereitschaft, Wissen zu
teilen oder an Diskussionen
teilzunehmen, ist in dieser
Gruppe klar geringer als bei
anderen Führungskräften.
Besonders häufig wird
auch der „gute Ruf" des
Unternehmens als Grund für
die Präsenz in den sozialen
Medien genannt. Seltener,
aber immerhin noch von mehr
als der Hälfte der
Befragten, wird ein klarer
Nutzern dieser sozialen
Medien für die externe
Kommunikation mit den
Medien, den Vertrieb und die
Innovation gesehen. (->
Manager nutzen Web 2.0 für
Investitionsentscheidungen)

Während viele
Großunternehmen inzwischen
intensiv an einer Strategie
arbeiten, wie sie Nutzer und
damit mögliche Kunden in den
sozialen Medien erreichen
und für ihre Produkte
gewinnen können, sind die
meisten kleinen und
mittleren Unternehmen von
einer „Social-Media-Strategie"
noch weit entfernt, hat die
Umfrage ergeben. „Die
Unternehmen wissen zwar ohne
Frage um die wachsende
Bedeutung von Social Media,
aber aktuell fehlt es
vielfach noch an der
zielgerichteten Umsetzung
dieser Erkenntnisse", sagt
Jens Cornelsen,
Geschäftsführer von Defacto
Research & Consulting. Ebenso
wie an einer Strategie
mangelt es dabei meist auch
an Richtlinien, die den
Umgang der Mitarbeiter mit
dem sozialen Internet
regeln. Entsprechende
Vorschriften gibt es
lediglich in jedem dritten
Konzern (35 Prozent) sowie
in jedem fünften mittleren
(19 Prozent) und jedem
zehnten kleinen Unternehmen
(11 Prozent).
Der Grund ist meist in
den Vorstandsetagen zu
finden: „Der Web
2.0-Kulturwandel muss
maßgeblich von
Führungskräften vorgelebt
werden. Kollektive
Intelligenz, hierarchiefreie
Kommunikation und Open
Innovation sind schon lange
keine bloßen Schlagworte
mehr", sagt Stephan
Grabmeier, Leiter Culture
Programs in der Deutschen
Telekom, der die Studie mit
erarbeitet hat. (->
"Viele Führungskräfte sind
zu alt für Social Media).
Die meisten Unternehmen
befinden sich noch in der
Experimentierphase und
probieren Instrumente wie
Wikis oder Unternehmensblogs
aus.
Kollaborationsplattformen
wie Microsofts Sharepoint
oder spezielle
Softwareanwendungen wie Jive
werden bevorzugt in großen
Unternehmen eingesetzt. (-
> Collaboration: Social
Media ist der nächste große
Schritt)