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Support-Ende für zahlreiche Microsoft-Produkte
https://www.ict-channel.com/ [2020-09-14]
Im Oktober läuft der Support für einige noch immer weit verbreitete Microsoft-Produkte aus, darunter Office 2010 und Office 2016 für Mac, der Windows Server 2010 sowie einige Windows-10-Versionen.

Nachdem schon im Frühjahr einige Microsoft-Produkte wie Windows 7 und der Windows Server 2008 (inklusive R2) in Rente geschickt wurden, steht im Herbst nun die zweite End-of-Lifecycle-Welle an. Insbesondere der 13. Oktober sollte eigentlich schon seit Monaten mit einem dicken roten Balken in den Kalendern der Admins markiert sein. Denn an diesem Tag endet der erweiterte Support für zahlreiche Microsoft-Produkte wie Windows Server 2010, Access 2010, Dynamics GP 2010, System Center Essential und Data Protection Manager 2010, sowie Visio 2010.

Die größten Auswirkungen wird jedoch das Ende von Microsoft Office 2010 und Office 2016 für Mac sowie einiger Windows-10-Versionen haben. Ebenfalls am 13. Oktober betrifft das Windows 10 Build 1709 (Enterprise, Education, IoT Enterprise), schon am 10. November folgen der Build 1803 (Enterprise, Education, IoT Enterprise) sowie 1809 (Home, Pro, Pro Education, Pro for Workstation, IoT Core) samt der Server-Version 1809 (Datacenter Core, Standard Core). Zum 8. Dezember ist dann auch für den 1903 von Windows 10 (Enterprise, Home, Pro, Pro Education, Pro for Workstations, IoT Enterprise) und des entsprechenden Servers (Datacenter, Standard) Schluss.

Nach dem Stichtag gibt es keine sicherheitsrelevanten Updates mehr für diese Produkte. Auch der technische Support bei Microsoft ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erreichbar, um Administratoren Hilfestellungen zu bieten. Tauchen anschließend neue Sicherheitslücken auf, und davon ist auszugehen, bieten Unternehmen, die sie weiterhin nutzen, Angreifern offene Hintertüren.

Migration verschlafen

Obwohl das Support-Ende seit Jahren bekannt ist, lohnt es sich für Systemhäuser dennoch wieder einmal, die Kunden in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen. Das bestätigt beispielsweise eine aktuelle Erhebung des Security- und Groupware-Anbieters Intra2net. Bei der Untersuchung von mehr als 1.300 PC-Arbeitsplätzen in über 100 Unternehmen stellte sich heraus, dass viele Firmen den dringend angezeigten Wechsel auf eine neuere Office-Version bisher noch nicht umgesetzt haben. Während es einige schlicht verschlafen haben dürften, steckt dahinter in den meisten Fällen sogar Absicht. Meist sind eigene oder von Drittanbietern geschriebene Add-Ons im Einsatz, deren Anpassung die Migration deutlich verkompliziert.

Große Unternehmen haben solche Migrationen meist gut im Griff, bei Kleinunternehmen und im Mittelstand ist die Lage jedoch signifikant schlechter. So registrierte Intra2net auf fast einem Drittel (31 Prozent) der Arbeitsplätze in KMUs noch eine aktive Version von Office 2010 oder Einzelprodukten daraus wie Word oder PowerPoint. Im Vergleich zu einer ähnlichen Erhebung von Anfang 2019 haben es seither nur rund ein Viertel der KMUs geschafft, die Migration auf eine neuere Version zu vollziehen. Als ganz hartnäckig erweisen sich darüber hinaus 5 Prozent, die sogar das noch ältere Office 2007 einsetzen, das bereits seit drei Jahren ohne Support ist.

Damit ist Office 2010 bei den KMUs aktuell noch immer weiter verbreitet wie der Nachfolger Office 2013 (22 Prozent) und ähnlich oft im Einsatz wie Office 2016 (34 Prozent). Kaum eine Rolle spielt hingegen das aktuelle Office 2019. Auch wenn sich seine Verbreitung in kleinen und mittleren Unternehmen laut der Erhebung im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht hat, sind es nur 8 Prozent der Unternehmen, die auf dem neuesten Stand sind.

Wechsel-Optionen

Möglichkeiten für eine Migration haben die Unternehmen viele, gerade bei den Office-Paketen. Sie reichen vom einfachen Wechsel auf eine neuere Version über den Wechsel zu einem anderen Anbieter bis hin zur Migration auf Office 365. Um die richtige Option zu finden, sollten zunächst die Anforderungen und das Budget klar definiert werden. Werden nur die Klassiker wie Textverarbeitung und Excel benötigt, kann der Umstieg auf ein aktuelleres Office-Paket schon recht günstig realisiert werden. Das gilt umso mehr, wenn in der Beschaffung auch gebrauchte Lizenzen miteinbezogen werden. Als mögliche Varianten empfehlen sich hier insbesondere Office 2016 oder 2019, da mit diesen etwas länger gearbeitet werden kann. Office 2013 hingegen befindet sich schon jetzt im erweitert Support, der im Frühjahr 2023 ausläuft.

Gerade in Corona-Zeiten sollten Systemhäuser den Kunden aber auch die Frage stellen, inwieweit sie für die neuen Arbeitsrealitäten gerüstet sind. Der Trend zu Home Office und Remote-Zusammenarbeit samt Videokonferenzen kann ein gutes Argument sein, das bisher geschmähte Office 365 zu wählen. Damit muss sich dann künftig auch keiner mehr Gedanken über auslaufende Support machen.

 
 
 

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