| Startseite | News | Händlersuche | Herstellerinfos | Impressum / Datenschutz |
 
 

Social Commerce: So können Händler Social Media nutzen
https://www.internetworld.de [2019-07-13]
Social Media kann mehr als nur Anzeigen ausliefern. Unternehmen, die ihre Produkte an den User bringen wollen, haben im Social Commerce stetig besser werdende Optionen.

Serverausfälle, Datenskandale, Berichte über stagnierendes Nutzerinteresse in Deutschland - Social Networks hatten schon einmal eine bessere Presse. Doch die vielen Skandalmeldungen dürfen über eines nicht hinwegtäuschen: Weltweit kommen Milliarden Nutzer keinen Tag ohne WhatsApp Messenger oder einen Blick auf die Posts ihrer Freunde bei Facebook, Instagram und Co. aus. Damit bleiben soziale Netzwerke und deren Smartphone Apps die wichtigsten Kanäle, um Menschen direkt zu erreichen - was wiederum die Social-Media-Aktivitäten von UnternehmenPrivate Business Cloud und Händlern antreibt. Doch Social Commerce ist mehr als das Schalten von Anzeigen in Netzwerken.

User folgen Unternehmen, kaufen jedoch nur selten
Der durchschnittliche User, der regelmäßig in sozialen Netzwerken aktiv ist, folgt zurzeit mindestens einem UnternehmenPrivate Business Cloud oder einer Marke, nutzt die Kaufoptionen im Social Web und in Apps jedoch so gut wie gar nicht. Ein Umstand, den die Social-Media-Plattformen unbedingt ändern wollen. Sie preisen daher ihre Lösungen für Werbungtreibende und Händler verstärkt an. Doch welche Hürden gilt es dabei für Unternehmen zu überwinden, welchen Aufwand zu bewältigen und welche Vorgaben zu akzeptieren?

Beim größten Netzwerk Facebook lassen sich Produkte über das Profil des eigenen Unternehmens platzieren. Den Ansatz ­dahinter formuliert Kai Herzberger, Group ­Director E-Commerce Transformational Retail von Facebook, so: "Die Menschen möchten nicht mehr Zeit als nötig durch langwierige SuchenSo berechnen Sie jetzt Ihr individuelles SEO Budget verschwenden, sondern die für sie relevanten Produkte direkt präsentiert bekommen." Mittlerweile ­gelangen diese Produktanzeigen auch auf den Marktplatz des Netzwerks, der bisher jedoch eher wie ein unsortiertes Sammelsurium privater Angebote wirkt.

Einrichtung eines Shops im Netzwerk
Bevor sie die Verkaufs- und Werbe­option über Facebook-Shopping nutzen können, müssen Online-Händler ihr Business-Profil auf der Plattform ausbauen. Mit der Einrichtung eines Shops im Netzwerk lassen sich eigene Produkte präsentieren, beschreiben und anpreisen. Im ersten Moment scheint es, als sei der Aufwand dahinter nicht sonderlich groß - in wenigen Klicks ist alles erledigt -, doch sollten Anbieter alle Konsequenzen beachten. Denn ein Facebook-Shop folgt den sogenannten "Handelsrichtlinien" des Netzwerks und die bringen einige Spielregeln mit sich: Händler sollen grundsätzlich nur physische Produkte, wie beispielsweise Kleidung oder Accessoires, anbieten - womit DienstleisterPrivate Business Cloud vom Facebook-Shopping ­bereits ausgeschlossen sind.

Um sicherzustellen, dass kein Profil gegen diese Vor­gabe verstößt, prüft Facebook jedes neue Produkt vor der Veröffentlichung selbst. Gerade wenn es um Bilder geht, will der Netzriese keine neuen Skandale und schließt anstößige Inhalte, marktschreierische Direktansprache oder befristete Preisnachlässe an dieser Stelle kategorisch aus.

Handelsrichtlinien von Facebook haben es in sich
Das "gute" Produktbild sowie die Informationen zum Angebot, die sich individuell in bis zu vier Variationen je Produkt hinterlegen lassen, sichert sich Facebook dann aber gleich direkt. Denn in Verbindung mit der Nutzung des E-Commerce-Features der Plattform willigen die Anbieter und Händler in die Bedingungen von Facebook ein. Damit erteilen sie dem Netzwerk zwar ­eine "nicht exklusive", aber doch übertragbare, gebührenfreie sowie weltweit gültige ­Lizenz für die Verwendung bereitgestellter Daten und Inhalte - einschließlich Bildern und Videos zum Produkt.

Auch bei der Bewerbung der Shop-Funktion in Facebook als kostenlosem Feature sollten Anbieter ­genau hinschauen. Denn für jede Transaktion zwischen Facebook und einem Zahlungsabwickler fällt eine Gesamtgebühr von 2,9 Prozent zuzüglich 0,30 US-Dollar an. Diese bezieht sich auf den aus einer ­Bestellung resultierenden Gesamtbetrag, was wiederum Versandkosten und Steuern einschließt. Bei Rückbuchungen von Kunden, beispielsweise bei der Verwendung ­einer Kreditkarte ohne Zustimmung des Besitzers, führt Facebook eine entsprechende Ausgleichsbuchung durch und berechnet dafür jeweils 20 US-Dollar. Diese Kostenblöcke sollten Händler also unbedingt auf dem Schirm haben, wenn sie für diesen Kanal kalkulieren. Allerdings lassen sich auch problemlos Drittanbieter wie Bigcommerce, Channeladvisor oder Shopify einbinden und zuvor angelegte Zahlungsoptionen sowie Produktkataloge in Facebook integrieren. Ein Vorteil für Händler, die ein großes Angebot haben und nicht jedes Produkt einzeln bei Facebook hochladen wollen.

Doch den Hürden bei dem Netzwerkprimus stehen auch einige Vorteile gegenüber: Ein Shop trifft bei Facebook die gewünschte Zielgruppe sehr viel besser und erlaubt es, die Produkte visuell detaillierter zu präsentieren. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Social Shopping eines wachsenden Nutzerkreises erfreut. Und was für Facebook gilt, trifft mindestens in gleichem Maße für das Tochterunternehmen Instagram zu.

Instagram-Shopping ist abhängig von Facebook
Das Bildernetzwerk eignet sich von seinen Eigenschaften her besonders gut für ­SocialSocial Intranet: den Produktivitätsschatz sozialer Features heben Commerce. Aufgrund der Beschränkung auf Bild-Posts ist Instagram ideal für Produktpräsentationen. "Instagram wurde von der Community schon immer wie ein virtuelles Schaufenster genutzt", erklärt Daniel Verst, Strategic Business Partner DACH bei Instagram. Ungeachtet der Möglichkeit, mit Produktplatzierungen beispielsweise in Beiträgen bekannter ­Influencer zu werben, können Händler und Marken ihre Angebote hier auch direkt vertreiben. Erst im vergangenen Jahr führte Instagram eine Shopping-Option ein, die seither weiter ausgebaut wurde. Diese beruht jedoch nicht nur auf den Funktionen von Facebook, die Netzwerktochter beruft sich zudem auch auf dieselben Handelsrichtlinien wie der Mutterkonzern.

Instagram-Shopping kann nur betreiben, wer ein Profil auf FacebookMessenger erfolgreich nutzen eingerichtet hat. Denn über dieses erhält das Bildernetzwerk alle Produktinformationen. Diese zieht sich Instagram aus dem Facebook-Katalog des Händlers - den dieser zuvor über ein Netzwerk-Tool selbst anlegen muss. Shop-Betreiber, die die E-Commerce-Services von Shopify oder Bigcommerce nutzen, finden dort bereits entsprechende Schnittstellen vor.

Integration eines Facebook-Shops
Ganz speziell wird es, wenn ein Facebook-Shop integriert werden soll, der über die Option "Nachricht an Verkäufer" als Kaufabschluss verfügt. Denn diese Möglichkeit besteht bei Instagram nicht. Somit muss der Facebook-Shop neu angelegt werden, andernfalls wird das Business-Profil und damit Instagram-Shopping vom Bildernetzwerk abgelehnt. Auch Länder- oder Alterseinschränkungen werden von Facebook-Seiten nicht auf Instagram übertragen, was Händler ebenfalls beachten sollten. Und da auch an Instagram ­einige Lizenzen zu Produktdetails übertragen werden, sollte nur eigenes oder freigegebenes Material genutzt werden.

Gelingt letztlich die Fusion der Profile und die Integration des Katalogs, können die Produkte in jedem Post und jeder Insta­gram-Story untergebracht werden. Händler können dabei sowohl mit Produktbeiträgen als auch mit Stickern, einem CTA (Call-to-Action) im Bild, arbeiten. Wählt ein User diese an, so gelangt er zum Instagram-Shop des Anbieters und kann dort alle weiteren InformationenPrivate Business Cloud einholen. Seit einigen Monaten können User zudem auch direkt in der Instagram App einkaufen. Durch den In-App-Checkout können Nutzer direkt über Instagram per Kreditkarte oder PayPal zahlen und damit die gesamte Customer Journey im Social-Media-Netzwerk durchlaufen. Doch wie in allen Branchen, Märkten und Bereichen schläft die Konkurrenz auch im Social Commerce nicht.

Pinterest und die Platzierung von Produkten in Pins
Hierzulande erfreut sich nach FacebookMessenger erfolgreich nutzen und Instagram das Netzwerk Pinterest wachsender Beliebtheit. Die virtuelle Pinwand sammelt monatlich von über 250 Millionen Usern weltweit Ideen um Mode und Wohnen ein - in Deutschland sind es bereits mehr als zwölf Millionen Nutzer. Werbungtreibende auf diesem Social-Media-Kanal müssen sich zuerst an eine ungewohnte Terminologie gewöhnen. Denn das Bildernetzwerk bezeichnet Posts als Pins und die finden sich eben auf einer Pinwand wieder. Allerdings bietet Pinterest eine sehr interessante Option, Produkte zum Verkauf anzubieten: Neben der bloßen Platzierung eines Produkts als sogenannter Pin lassen sich auch Verknüpfungen in anderen Bildern hinzufügen. Bietet ein Händler eine Deckenleuchte an, die in einem Bild zu sehen ist, kann er seinen Produkt-Pin hier einbinden. Auf dieser Grundlage entwickelte das Netzwerk sein Angebot "Shop the Look". Fotos, auf denen komplette Outfits zu sehen sind, haben eine Verknüpfung zum jeweiligen Kleidungsstück. Hinter dieser verbergen sich Produkt-Pins verschiedener Anbieter. Diese wiederum verweisen letztlich auf ­jene Seite, auf der ein Interessent das Kleidungsstück erwerben kann und sind, zum Zwecke des ordentlichen Kaufabschlusses, mit Shopify verknüpft.

UnternehmenPrivate Business Cloud legen für diesen Service ein Profil an, kämpfen sich durch die ­Eigenheiten des Netzwerks und fügen, in Verbindung mit einem Produkt-Pin, ein paar HTML-Fragmente dem Quelltext ­ihrer Shopping-Seiten im Internet hinzu. Damit ein Produkt auch eine gute Sichtbarkeit erzielt, muss es mit einer Kampagne auf Pinterest beworben werden. Somit ist das "Pinwand-Shopping" im Grunde nur eine Anzeige, allerdings in einem User-Umfeld, im dem bewusst nach Produkten und Lösungen gesucht wird.

Snapchat bleibt in den USA
Das letzte reine SocialSocial Intranet: den Produktivitätsschatz sozialer Features heben Network, das für Werbungtreibende mit Shop-Hintergrund im deutschsprachigen Raum von Bedeutung ist, heißt Snapchat. In den USA mit einer deutlich größeren Community ­gesegnet und auch altersgruppenmäßig breiter aufgestellt, erreicht die Bild- und Video-Plattform hierzulande vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Was den Social Commerce betrifft, ist Snapchat nur für die Amerikaner ein interessanter Kanal. Denn nur in den Vereinigten Staaten hat die Kooperation mit Amazon bisher einen Effekt. Dort können Snapper die Kamerafunktion nutzen, um Produkte via Barcode zu identifizieren. Gefällt ihnen ein Produkt, das sie im lokalen Handel entdecken, finden sie es in wenigen Sekunden im ­Online-Marktplatz Amazon und können es dort bestellen. Ein weiteres Tool für US-amerikanische Händler sei im Test, wie das Netzwerk mitteilte.

WhatsApp Business API
Neben den großen Social Networks ist WhatsApp das beliebteste Kommunika­tionsmittel in Deutschland. Kein Wunder also, dass immer mehr UnternehmenPrivate Business Cloud ein Business-Profil anlegen und damit in die Kundenkommunikation eintreten - nach Firmenangaben nutzt dies inzwischen jedes dritte Unternehmen in Deutschland.

Bei WhatsApp besteht bisher keine Möglichkeit, Usern eine Auswahl an Produkten anzuzeigen oder diese gar kaufen zu lassen. Denn es gibt keinen offenen Bereich, den Nutzer beliebig einsehen können. Allerdings sorgt die WhatsApp Business API für eine einfache Erreichbarkeit von Marken und Händlern. Darüber hinaus lässt sich in jede Mitteilung an den Kunden auch der Verweis zu Informationen oder Produkten im Internet einbinden. Ein großes Plus sind automatisierte Antworten, die sich in ­jedem Business-Profil anlegen lassen. Dadurch erhält der Kunde genau dann die Information, die er braucht, wenn er sie braucht. Um den eigenen Social Commerce direkt anzutreiben, eignet sich der Messenger ­jedoch nur indirekt.

Social Commerce von morgen
Social Commerce ist ein Vertriebskanal der Zukunft. Hier wird in den kommenden Monaten noch einiges passieren, auf das sich Händler vorbereiten sollten. Wer sich auf die Netzwerke einlässt und vieles ausprobiert, bleibt automatisch auch über aktuelle Neuerungen auf dem Laufenden. Doch wie beim Anzeigenbudget dürfen ­etwaige Zusatzkosten und Gebühren nicht außer Acht gelassen werden. Auch die Übertragung der Nutzungsrechte für Produktinformationen kann zum Fallstrick für Business-Profile in ­sozialen Netzwerken werden.

Einen Versuch ist es dennoch wert, wie Sahra Al-Dujaili, Social Media Teamlead beim Online-Versender Otto, weiß: "Social Media hat nach wie vor großes Potenzial für kleinere und mittlere Online-Shops. Der wichtigste Schritt? Anfangen und ausprobieren." Und dann hilft Geduld - und nicht zu viel auf einmal erwarten.
 
 
 

formfaktor:1